Was für ein Wort: STOLZ
Schaue ich im Duden nach, bedeutet stolz zu sein: von einem starken Selbstbewusstsein und Freude über einen Besitz oder eine eigene Leistung erfüllt zu sein. Es beschreibt die positive innere Haltung, den eigenen Wert zu erkennen – kann in manchen Kontexten aber auch für Arroganz oder Überheblichkeit stehen.
Wenn ich so nachdenke, wurde mir vor allem der zweite Teil vermittelt. Stolz war eher etwas, das man nicht zeigen sollte. Wie und wie lange auch immer das schon so ist.
Vor Kurzem hatte ich eine Erfahrung, bei der ich ganz spontan, von innen heraus dachte: Wow, ich bin stolz auf mich.
Das hat mich ermutigt, neu auf mein Leben zu schauen und nachzuspüren, worauf ich wirklich stolz sein kann. Zum Glück hab ich von Lorena Hoormans Aufruf zu ihrer Blogparade: 100 Dinge auf die ich stloz bin gelesen. Hier ist meine Liste – ein Anfang.
Familie
- Ganz klar zu Beginn: Ich bin stolz auf meine Söhne, die mitten in ihren Leben stehen und die es nicht immer leicht mit mir hatten. Der eine sagt: Auf zwei Söhne, die es zu etwas gebracht haben. Der andere sagt, ich könne stolz darauf sein, dass ich die beiden zu den Menschen erzogen habe, die sie heute sind – dass ich ihnen Werte, Halt und Vertrauen mitgegeben und damit einen wichtigen Grundstein für ihr Leben gelegt habe.
- Ich bin stolz, Schwiegermama von zwei wunderbaren Schwiegertöchtern sein zu dürfen.
- Ebenso bin ich stolz, Oma von zwei wunderbaren Enkelinnen sein zu dürfen.
- Und ich bin stolz, dass ich meine beiden Enkelinnen jederzeit sehen kann.
- Ich bin stolz auf den Vater, der seine Mädels von Anfang an mit ins Bett bringt und sich ihnen widmet, ohne in das „Das ist Frauen-, Mamasache“-Denken zu verfallen, das heute leider wieder oft verbreitet ist. <3
Beruf und Weiterentwicklung
- Wenn ich auf mein berufliches Leben zurückschaue, bin ich heute stolz auf die vielen Wege, die ich beschritten habe. Mein bunter Lebenslauf ist von außen nicht immer leicht nachzuvollziehen.
- Vielleicht zählt auch das: Ich war mir nicht zu stolz, an manchen Stellen Jobs anzunehmen, die weit unter meiner Ausbildung lagen, einfach um Prioritäten zu setzen.
- Gleichzeitig bin ich stolz auf das, was ich in diesen Zusammenhängen über Kundenservice, über den Umgang mit Kunden und Kolleg:innen und über Werte gelernt habe.
- Mein derzeitiger Job macht mich besonders stolz: Es wurde mir von vielen Seiten prophezeit, dass so etwas mit 61 Jahren kaum möglich sei.
- Ich bin stolz, dass ich mit 60 noch einmal beruflich neu angefangen habe – alles andere als selbstverständlich in diesem Alter, und dann noch in einem Job, der mir so viel Freude bereitet.
- Und ich bin stolz, dass ich wirklich reinspringen konnte. Es scheint, als hätte ich ein berufliches Leben lang alle möglichen Erfahrungen gesammelt, nur um genau diesen Job zu bekommen.
- Stolz bin ich zudem, dass ich darin so aufgehe: Ich liebe, was ich tue, und es scheint, als würde in dem ein oder anderen Bereich meine Berufung liegen.
- Ich bin stolz, dass ich für meine derzeitige Tätigkeit eine spezifische Ausbildung zur Mind-Body-Medizin-Therapeutin mache. Ich investiere viel Zeit und Energie in meine persönliche und fachliche Weiterentwicklung und zeige damit: Man ist nie zu alt, um Neues zu lernen.
- Genauso bin ich stolz, dass Institutionen mir nach wie vor ermöglichen, meine Leidenschaft für Seminare zu leben und Menschen zu inspirieren. Gern springe ich mit einem Thema auch mal ins kalte Wasser.
- Ja, ich bin stolz, dass ich im Laufe meines Lebens unzählige Menschen auf ihrem Weg begleiten durfte und sie unterstützt habe, neue Perspektiven zu finden. In diversen Jobs und als Coach habe ich anderen Mut gemacht und positive Veränderungen angestoßen.
Ausstellung und Sichtbarkeit
- Ich bin stolz, im letzten Jahr eine Fotosession bei Susan Graul gebucht zu haben, in deren Reihe „50 over 50“, und wundervolle Fotos von mir zu haben, die mich auf eine Weise zeigen, wie ich mich selbst schon lange nicht mehr gesehen habe.
- Ich bin stolz, dass eines dieser Bilder bereits im März Teil einer Ausstellung in Regensburg war.
- Und genauso stolz bin ich, dass das wieder geschieht: Im Rahmen der Ausstellung „Freiluftfrauen“ von Susan Graul sind erneut Bilder von mir zu sehen.
- Ich bin besonders stolz, bei der jetzigen Ausstellung eines der Covergirls zu sein.
- Ich bin stolz, dieses Projekt gewagt zu haben und immer wieder davon zehren zu können. Auch wenn ich mich mittlerweile verändert habe, spüre ich noch immer die Energie dieses Tages und die Wirkung.
Wandern und kleine Abenteuer
- Ich bin stolz, im Juni zwei Tage auf dem oberfränkischen Jakobsweg gepilgert zu sein und dabei jeweils 27 und 25 km gut gemeistert zu haben. Bisher hatte ich immer nur Tageswanderungen gemacht – diesmal ging es um die Steigerung und um Gepäck.
- Ich bin stolz, dabei sehr gut auf mein eigenes Tempo und mein Gefühl geachtet zu haben.
- Ich bin stolz, dass ich dazu noch eine Vision in mir trage, die mich lockt, weiter zu wandern und zu schauen, wie viele Tage es am Stück werden können.
Kleine, feine Dinge
- Ich bin stolz, seit über 100 Tagen kontinuierlich Portugiesisch zu lernen – weil das einfach mein erster Impuls war.
- Ich bin stolz, immer wieder Schnäppchen zu finden. So gelang es mir, Ende Mai für 40 Euro mit dem ICE nach Stralsund und wieder zurückzufahren.
- Immer wieder bin ich eine kleine Detektivin, wenn es darum geht, nicht mehr käufliche Bücher aufzuspüren – ja, darauf bin ich stolz.
- Und ich bin stolz auf meine Intuition. Sie führt mich immer, manchmal auf Umwegen – und dann ist genau das mein Weg.
- Ich liebe Netzwerken. Immer wieder gelingt es mir, Menschen miteinander zu verbinden: sei es, weil jemand eine Lösung sucht und ich weiß, wer Lösungsideen hat, oder weil jemand jemanden sucht, um gemeinsam Zeit zu verbringen.
Innere Stärke
- Ich bin stolz, dass ich nach den schwersten Herausforderungen meines Lebens immer wieder aufgestanden bin. Ich habe unter anderem den Krebs überwunden, psychisch sehr belastende Zeiten durchlebt und trotzdem nie aufgehört, an mich zu glauben und meinen Weg weiterzugehen. Danke von Herzen an den besonderen Menschen, der zu mir sagte: „Diese Stärke, dieser Mut und deine Ausdauer sind bewundernswert.“
- Ich bin stolz, gut mit mir allein klarzukommen und richtig gute Zeit mit mir allein verbringen zu können. Ich gehe auch allein zu Veranstaltungen, ins Kino oder in den Urlaub – nicht nur, wenn niemand mitkommt, sondern dann, wenn mir danach ist.
- Ich bin stolz auf so manchen Umweg in meinem Leben. So bin ich 2020 zu Freunden an die Mosel gezogen. Im Jahr 2024 hatte ich den Mut, wieder nach Unterfranken zurückzukommen. Geleitet hat mich beim ersten Entschluss die Frage: Bereue ich es, wenn ich es nicht tue? Und ja, ich kann sagen, ich bin dankbar für diesen Schritt und genauso dankbar dafür, jetzt in der Nähe eines Sohnes und meiner Enkelinnen zu leben.
- Ich bin stolz, endlich mal wieder einen Blogartikel geschrieben zu haben. Ich würde es so gern viel häufiger tun – allein die Muße fehlt mir.
To be continued.
Dieser Artikel entstand im Rahmen der Sommer-Blogparadenzeit 2026 von Judith Peters. Über 50 Bloggerinnen und Blogger aus ihrem Jahresprogramm The Content Society haben eine eigene Blogparade gestartet – und jede/r ist herzlich eingeladen, mitzumachen. Bei einer Blogparade ruft eine Bloggerin oder ein Blogger zu einem Thema auf, und alle, die Lust haben, schreiben dazu einen eigenen Artikel und verlinken den Aufruf.
Ich bin dem Aufruf von Lorena Hoormann gefolgt, die dazu aufgerufen hat, über 100 Dinge zu schreiben, auf die ich 2026 stolz bin. Meine 32 sind ein Anfang.
Vielleicht ennst du mich persönlich und dir fällt noch was, ein, worauf ich stolz sein kann? Dann freue ich mich über eine Nachricht.
Und worauf bist DU stolz? Vielleicht magt du mir das auch mitteilen.